Barrierefrei - Wir sind dabei!

Für das Hertzhaimer-Gymnasium Trostberg ist die Inklusion behinderter Schülerinnen und Schüler selbstverständlich. „Barrierefreiheit“ heißt für uns nicht nur ein barrierefreies Schulgebäude, sondern auch die Freiheit von Barrieren im Kopf, wenn es um die Aufnahme von Schülerinnen und Schülern mit z.B. körperlichen Einschränkungen geht. So werden am Hertzhaimer-Gymnasium auch Kinder mit körperlichen oder psychischen Beeinträchtigungen, beispielsweise einer Entwicklungsbesonderheit aus dem autistischen Formenkreis oder mit Einschränkungen beim Sehen oder Hören (evtl. unterstützt durch einen Schulbegleiter) betreut und gemeinsam mit gesunden Kindern erfolgreich unterrichtet. Auch für Rollstuhlfahrer ist ein reibungsloser Schulalltag möglich.

Bayern barrierefrei
 

Barrierefreies Schulgebäude:

Das Hertzhaimer Gymnasium hat zusammen mit dem Landratsamt Traunstein als zuständigem Sachaufwandsträger in der Vergangenheit viel für die Barrierefreiheit getan. So wurden beispielsweise in allen notwendigen Bereichen des Schulgebäudes Freilauftürschließer eingebaut und die Brandschutztüren werden dauerhaft über Feststellanlagen offen gehalten. Dies ermöglicht mobilitätseingeschränkten Schülern ein ungehindertes Nutzen des Gebäudes ohne störendes (weil anstrengendes) Öffnen von Brandschutztüren. Schallschluckende Wandabsorber sorgen in 9 Klassenzimmern dafür, dass auch Schüler mit einer Hörbehinderung zurechtkommen. Zahlreiche Klassenzimmer wurden mit tiefen Fenstern ausgestattet, so dass auch Rollstuhlfahrer und kleinwüchsige Menschen einen Blick nach draußen werfen können. 

Rollstuhlgerechte Zugangsbereiche mit automatischer Türe, barrierefreie Bewegungsflächen, behindertengerechte Toiletten und Aufzüge ermöglichen Rollstuhlfahrern bzw. gehbehinderten Schülern einen selbständigen Zugang zu nahezu allen Bereichen des Schulgebäudes und erleichtern so die Fortbewegung mobilitätseingeschränkter Menschen. Darüber hinaus ist im Gymnasium eine mobile Induktionsanlage für Menschen mit einer Hörbehinderung vorhanden.

Freiheit von Barrieren im Kopf:

Wir haben Schülerinnen und Schülern mit ganz unterschiedlichen Behinderungen: Diese reichen vom Autismus hin zur schweren Hörschädigung, von der Glasknochenkrankheit bis zur schweren Einschränkung beim Sehen. Wie für alle unsere Schülerinnen und Schüler gilt auch hier: Jeder und jede soll bei uns gut aufgehoben sein und die Förderung und Forderung bekommen, die er oder sie während der Zeit bei uns braucht. Nach der Anmeldung eines Kindes mit Behinderung wird deshalb ein großes Augenmerk auf die Vorbereitung des 1. Schultages gelegt, um Schwierigkeiten von vornherein zu vermeiden. Wichtig ist uns dabei die Professionalisierung der Lehrkräfte. Mit entsprechenden Fortbildungsmaßnahmen sorgen wir dafür, dass sie mit einem guten Gefühl und ohne Ängste z.B. ein Kind, das unter Epilepsie leidet, unterrichten bzw. besser einschätzen können, wieso sich ein Schüler mit starker Hörschädigung im Unterricht ständig umdreht (er muss seinen Mitschülern auf die Lippen schauen können) .

Wichtig ist uns auch, dass das Beratungsteam der Schule (Schulleitung, Schulpsychologe, Sozialpädagogin) regelmäßig die Fördermaßnahmen festlegt bzw. überprüft. Das Beratungsteam ist auch im ständigen Kontakt mit den betroffenen Eltern, die oftmals froh sind, ein offenes Ohr für ihre berechtigten Anliegen zu finden.

Flexibilität und rasches Handeln halten wir im Umgang mit Problemen für unabdingbar, etwa wenn es um die Organisation der Physiobehandlungen für den Schüler mit Glasknochenkrankheit an der Schule geht. Hier haben wir im Sachaufwandsträger, dem Landkreis Traunstein, einen sehr verlässlichen Partner, der stets bestrebt ist, den Belangen der Kinder gerecht zu werden und auch den finanziellen Aufwand, der oftmals damit verbunden ist (z.B. die technische und räumliche Ausstattung des Klassenzimmers für Kinder mit Hörschädigung), nicht scheut.

Bayernfrei - Wir sind dabei!

Künftige Maßnahmen

Selbstverständlich werden wir uns auch künftig mit Fragen der Barrierefreiheit beschäftigen und weitere Änderungen und Anpassungen vornehmen. Großes Augenmerk legen wir auf die behindertengerechte Ausgestaltung des Schul-/ Pausenhofs. Dieser soll in Zukunft neu geplant und entsprechend umgestaltet, verbessert und weiterentwickelt werden. Gedacht ist hierbei beispielsweise an eine Neugestaltung des Schulgartens mit Hochbeeten und rollstuhlgeeigneten Gehwegen zwischen den Hochbeeten sowie an einen gänzlich neuen Bodenbelag im gesamten Schulhof. Aktuell versucht man in Zusammenarbeit mit den EDV-Spezialisten des Landratsamtes auch die Homepage barrierefrei zu gestalten.

 

Autor: Dr. Helmut Goller

 
 

Hertzhaimer-Gymnasium Trostberg,  Stefan-Günthner-Weg 6,  83308 Trostberg, 08621 / 9851 - 0, sekretariat@hgt.bayern.de