Ritter Johann III. Hertzhaimer - Unser ‚Namenspatron‘

Wie kommt ein Gymnasium dazu, einen Adeligen, einen Kriegsmann, Ritter und Mäzen zu seinem Namenspatron zu erheben?

Auf den ersten Blick scheint dies merkwürdig, doch spiegeln sich in Johann III. Hertzhaimer an verschiedenen Stellen seines bewegten Lebens Qualitäten, die diese Schule ihren Schülerinnen und Schülern gerne mit auf den Weg geben möchte:

1464 am 27. Dezember kommt Johann als Sohn eines niederen Adelsgeschlechts in Heretsham, zwischen Kienberg und Emertsham, auf die Welt. Bildung spielt im Leben dieses Jungen schon früh eine Rolle, da er im Alter von sechs Jahren an die Universität Wien geschickt wird; fähig, mit Schwierigkeiten fertig zu werden, muss er wohl gewesen sein, da er deshalb schon als Kind von seiner Mutter, die zudem während seiner Abwesenheit stirbt, getrennt wird und nach dem Tod des Vaters dessen Schuldenlast zu bewältigen hat. Dieser sorgte jedoch dafür, dass Johann nach seiner schulischen auch die höfische Bildung erlangte, indem er ihn an den Hof Ludwigs des Reichen nach Landshut gibt. Der Verbindung mit dem niederbayerischen Herzogshof in Landshut hat es Johann zu verdanken, dass er zum einen dort seine erste Anstellung als Küchenmeister, Schenk und Futtermeister findet, was ihm nicht nur das Auskommen sichert, sondern sogar aufgrund seines finanziellen Geschicks den Rückkauf aufgrund der väterlichen Verschuldung verkaufter Besitzungen ermöglicht. Zum anderen gelingt es ihm, sich dank seines militärisch-strategischen Geschicks und seines Mutes als Kriegsmann zu bewähren und so wird er zweifach – unter anderem vom späteren Kaiser Maximilian I. selbt - zum Ritter geschlagen und mit Ehre, Land und Privilegien entlohnt. Diesen seinen Reichtum behielt Johann III. Hertzhaimer jedoch nicht allein für sich und seine Familie; vielmehr tritt er als Mäzen in Trostberg auf. Das Langhaus der Kirche St. Andreas und zahlreiche wertvolle Sakralgegenstände hat er gestiftet und damit als kunstsinniger, gebildeter Mensch den Bogen zurück zu seinen Anfängen geschlagen.

Be-hertz-t sich den Aufgaben zu stellen, die das Leben bereithält im Vertrauen auf das Rüstzeug der Bildung, dabei die nicht zu vergessen, mit denen es das Leben nicht so gut gemeint hat, und zu erkennen, dass viel, aber nicht alles in unserer Macht steht und unser Verdienst ist, das ist es, was Ritter Johann III. Hertzhaimer zu einem Mann macht, dessen Namen es wert ist, ihn als Schüler und Schule zu tragen.

Autorin: Barbara Kastenbauer

Namenspatron
 
 
 

Hertzhaimer-Gymnasium Trostberg,  Stefan-Günthner-Weg 6,  83308 Trostberg, 08621 / 9851 - 0, sekretariat@hgt.bayern.de