Schulgarten

"Wildnis in die Schule" - unser Schulgarten

Unseren Schulgarten kurz zu beschreiben oder gar mit einem Begriff zu benennen, ist gar nicht einfach. Denn sogleich stellt sich die Frage, ob man unseren Schulgarten auch wirklich als Garten bezeichnen kann.

Zwar haben wir vereinzelt sogar ein bisschen Zaun, wie es sich für einen richtigen Garten gehört, aber exakt ausgerichtete Beete und Saatreihen, fein säuberlich gehackt und unkrautfrei, die haben wir nicht und stattdessen eine Menge Steinhaufen und Wurzeln, Moderholz und überwucherte Fugen und Wildwuchs überall. Darf man also überhaupt von einem Garten sprechen?

 

Vielleicht sollten wir unsere Anlage als „Umweltgarten“ bezeichnen. Schließlich haben wir die Lebensräume der Umwelt nachgebildet, die draußen immer größeren Gefahren ausgesetzt sind und die wir schützen wollen, weil sie für die Natur so wichtig sind. Oder sollten wir „Umweltlehrgarten“ sagen? Wir gehören ja zu einer Schule und unser Arbeitsbereich steht den Schülern zum Lernen und allen Trostbergern zur Information  offen.  Aber momentan gibt´s nicht einmal eine ausreichende Beschilderung! „Naturinsel“ fanden wir auch nicht schlecht, zumal unser Gelände zwischen Alz und Kanal so tatsächlich auf einer Art Insel gelegen ist. Aber richtig zufriedenstellend ist keiner der Namen, immer fehlt etwas Wichtiges.

Versuchen wir es also mit Zahlen und Fakten. Leider ist eine vollständige Auflistung unserer Pflanzen und Tiere kaum möglich. Aber bei den Pflanzen können wir wenigstens schätzen.

Es sind mindestens:

170 Arten
von Wildpflanzen

Schulgarten

70 Arten
von Gartenpflanzen

Schulgarten

40 Arten
von Zimmerpflanzen

Schulgarten

90 Arten
von Büschen und Bäumen

Schulgarten
 

Das gibt eine eindrucksvolle Gesamtzahl von 370 Arten!

Wie viel tausend Einzelexemplare das sind, wissen wir aber natürlich überhaupt nicht. Doch käme bestimmt eine unglaublich große Zahl heraus, mit der wir gern ein bisschen angeben würden.

Bei den Tieren ist es noch schwieriger, zu konkreten Zahlen zu kommen.  Vor ein paar Jahren haben wir etwa 100 gezählt. Aber wir können ja gar nicht alles beobachten, was bei uns im Schulgarten lebt. Wir wissen also nicht, wie viele Ameisen-, Spinnen-, Käfer-, Bienen-, Libellen-, Wespen-, Fliegen-, Hummelarten es hier gibt, wie viele verschiedene Vögel und Säuger, und wer oder was da im Boden verbuddelt ein verstecktes Leben führt, entzieht sich unserer Kenntnis.

Bei unseren Eidechsen sieht  die „Volkszählung“ schon anders aus. Vor allem die Zauneidechsen fühlen sich in unserem Schulgarten pudelwohl. Wir haben Erwachsene und Babys, männliche und weibliche, also eher grüne oder eher braune, dicke und schlanke, welche mit Schwanz und welche ohne und solche, bei denen er nachgewachsen ist. Vorsichtige Beobachter können ihre Lieblings-Sonnenplätze leicht finden und unsere Sonnenanbeter auf ihren Wurzeln und Steinen betrachten.  Nicht ganz so leicht zu entdecken sind unsere weiteren Bewohner: Igel, Hasen, Blindschleichen, Eichhörnchen und Sperber.

Wer so viel Leben um sich herum haben will, muss aber natürlich für ausreichend Lebens- und Wohnraum, für Nistgelegenheiten und Nahrung sorgen.  Seit über 30 Jahren versuchen wir die Lebensbedingungen unserer Schulgartenbewohner zu verbessern.

Unter anderem durch:

Dachbegrünung, Igelhäuser, Wandbegrünung, Wildwuchsareal, Wiesen, Wäldchen, Hecken, kleine Teiche, Trockenmauern, „Geröllhalde“, Lesesteinhaufen, Rankgerüst für Rose, Wein und Geißblatt,  Apfelbäume, Vogelnistkästen, Beerensträucher, Birnenquitte, Pflanzenpyramide, Kräuterschnecke, Moderholzhaufen, „Grünes Klassenzimmer“, Holunder, Haselnüsse, Staudenbeete, Insektenhotels, Fugenbewuchs, Kompostsilos, und vieles mehr. 

Unser Schulgarten ist nämlich vor allem eins: Lebensraum. Ein Raum, in dem Leben in jeglicher Form bewahrt und geachtet wird.  Dass sich unser Garten dann in der großen Pause auch als hervorragender Raum für wilde Fangsti-Spiele eignet, macht unser Schulgartenkonzept komplett.

Autorin: Sylvia Kettenberger

 
 

Hertzhaimer-Gymnasium Trostberg,  Stefan-Günthner-Weg 6,  83308 Trostberg, 08621 / 9851 - 0, sekretariat@hgt.bayern.de